Wellness Kreuzfahrten - Entspannen auf Hoher See

09.04.2019 11:38

Entspannen auf einer Kreuzfahrt
© MonicaVolpin / Pixabay.com

Kreuzfahrten boomen. Der Markt für den Urlaub auf Hoher See hat sich in den letzten 12 Jahren verdreifacht. Während im Jahr 2004 der deutsche Hochseekreuzfahrtmarkt einen Umsatz von 1,14 Milliarden € erzielte, waren es 2016 bereits 3,4 Milliarden (Quelle: statista.com). Über 2 Millionen Deutsche machen jedes Jahr Urlaub auf einem Ozeanriesen - Tendenz steigend.

Doch was ist so faszinierend an einer Reise auf einem Luxusschiff?

 

Die Mischung macht's

Nun, sicherlich vor allem, sich rundum versorgt zu wissen. Einmal eingecheckt, muss man sich um nichts mehr kümmern. Von den Mahlzeiten angefangen bis hin zu den Ausflügen bekommt man buchstäblich alles serviert.

Man bekommt viele Städte zu sehen, ohne dabei stundenlang im stickigen Auto oder Bus im Stau stehen zu müssen. Städtehopping deluxe sozusagen - weil das Hotelzimmer immer dabei ist. Die Exkursionen werden auf Wunsch von einem Touristenführer begleitet, der einem alles Interessante zu den Sehenswürdigkeiten haarklein erzählen kann. Wer bei den Landgängen jedoch lieber die Umgebung auf eigene Faust erkunden möchte, dem ist auch das möglich.

 

Die Entspannung, sich für ein oder zwei Wochen vollkommen sorgenfrei auf dem Schiff bewegen zu können, führen die meisten Kreuzfahrt-Fans an, wenn sie nach den Gründen für diese Urlaubsart gefragt werden.

Und das das mit der Entspannung sogar wörtlich gemeint ist, zeigen die auf den Schiffen mittlerweile fast schon standardmäßig installierten Wellnessbereiche. Ganze Saunalandschaften mit weit über 2000 m² Fläche lassen so manchen Saunabetreiber auf dem Festland blass vor Neid werden - zumal dieser sicher nicht mit einem traumhaften Meeresblick trumpfen kann. Dazu gesellen sich in der Regel noch Massagebereiche, Fitness-Center und Beauty-Salon.

 

Extrakosten für Wellness?

Meistens leider ja, denn viele Gesellschaften lassen sich dieses i-Tüpfelchen an Extra-Entspannung auch extra bezahlen - ebenso wie diverse andere zusätzlichen Leistungen. Eine rühmliche Ausnahme sind hier die Kreuzfahrten mit Mein Schiff, denn hier ist alles im Preis inklusive. Gut so, denn so weiß man schon bei der Buchung der Reise, was an Kosten auf einen zukommt und erlebt bei der Schlussabrechnung keine unangenehmen Überraschungen.

 

Und die Umwelt-Bilanz eines Kreuzfahrtschiffes?

Kreuzfahrtschiff Mein Schiff
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Nun, die sieht bei einer Kreuzfahrt zur Zeit leider noch bescheiden aus. Vor allem, weil die "schwimmenden Städte" mit Schweröl, einem Abfallprodukt der Raffinerien, betrieben werden - weil es billig ist. Problem ist aber, dass dieses Schweröl weitaus mehr Schadstoffe bei der Verbrennung freisetzt als beispielsweise Benzin oder Diesel. Und: die bei der Erhitzung des Schweröls übrig bleibenden Schlamm-Rückstände, der sogenannte Sludge, verursacht natürlich Entsorgungsgebühren an Land. Die Gefahr der Verklappung auf Hoher See ist an dieser Stelle leider nicht immer auszuschließen, wenn auch nicht die Regel.

Viele Reedereien reagieren mittlerweile auf die Mahnungen der Umweltschützer und sehen sich nach Alternativen um, zum Beispiel eine besondere Filteranlage, "Scrubber" genannt, die inzwischen so gut ist, dass sich 60 % der Rußpartikel, 99 % des Schwefeldioxids und 75 % der Stickoxide herausfiltern lassen. Auch ist in den Häfen eine Landstromversorgung der Schiffe in der Diskussion, die bisher aber noch an den nicht genormten Stromanschlüssen scheitert. Damit ließe sich in den Liegezeiten das Schiff mit Strom über die Steckdose versorgen - bisher müssen die Schiffsaggregate selbst Tag und Nacht laufen, um die elektrische Versorgung des Schiffes sicherzustellen.

Der erste Schritt zur umweltverträglicheren Kreuzfahrt ist also gegangen und man darf gespannt sein, wie die Entwicklung dort voranstrebt.

Sicher, jeder Verbrennungsmotor schadet der Umwelt und es ist richtig und wichtig, dass über Alternativen nachgedacht wird. Wir wollen aber nicht vergessen, dass weltweit etwa 300 Kreuzfahrtschiffe über die Meere schippern, aber mehr als 40.000 Handelsschiffe! Nur die Kreuzfahrtschiffe als Umweltsünder zu verdammen, ist hier sicherlich der falsche Weg.


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