Kuren mit Thermalquellen - gut für Gesundheit & Wellness

19.03.2016 15:03 | Wellness-Tipps

Heißes Wasser aus der Tiefe

 

Yelowstone, WyomingThermalwasser -  ein Begriff, der in vielen Kurorten nicht mehr wegzudenken ist. Doch warum gilt Thermalwasser als gesundheitsfördernd oder, je nach Krankheit, gar als heilend?

Schauen wir uns zunächst einmal den Begriff ‚Thermalwasser‘ etwas genauer an. Eine Thermalquelle ist per Definition des Deutschen Heilbäderverbandes e. V. eine natürliche Quelle, deren austretendes Wasser wärmer ist als das umgebende Grundwasser. Als Thermalwasser wird demnach in Deutschland Quellwasser bezeichnet, das an seiner Austrittsstelle mehr als 20 °C warm ist. Meist liegen die Temperaturen jedoch weitaus höher – über 50 °C sind keine Seltenheit.

Die natürliche Erhitzung des Wassers erklärt sich oft durch vulkanische Aktivitäten. Der Yellowstone Nationalpark mit seinen unzähligen Geysiren ist dafür wohl das berühmteste – und größte – Beispiel. Das Grundwasser kann sich aber auch in tiefen Erdschichten erhitzen und wird dann mittels Tiefenbohrungen ans Tageslicht geholt. So sind Thermalquellen vielerorts nicht oberirdisch, sondern in einer Tiefe von mehreren hundert Metern zu finden.

 

 

Warum wirkt Thermalwasser heilend?

 

Der Vorteil der „heißen Quellen“ ist jedoch nicht nur ihre Wärme – die könnte man ja schließlich auch durch künstliches Aufheizen erzeugen. Vielmehr ist die je nach Ort einzigartige Anreicherung mit Mineralien – allen voran meist Schwefel - ausschlaggebend für den positiven Effekt auf die Gesundheit.

Der direkte Hautkontakt mit dem Thermalwasser ist der Schlüssel zum Erfolg. Die Mineralien können so direkt an erkrankte Hautpartien gelangen und dort ihre wohltuende und heilende Wirkung verrichten. Sie helfen vor allem bei körperlichen Gebrechen wie Hautkrankheiten, Gelenkbeschwerden, Rheuma, Gicht und Herz-Kreislaufbeschwerden.

Um noch einmal auf den Schwefel zurückzukommen: Gerade bei Hautkrankheiten (beispielsweise bei Schuppenflechte) hat sich der Einsatz von Schwefel bewährt. Bei äußerlicher Anwendung trocknet er die Haut leicht aus, regt die Wundheilung an und wirkt entzündungshemmend.

 

Medizin und Wellness harmonisch kombiniert

 

WellnessbadEs wundert also nicht, dass Thermalquellen im wahrsten Sinne des Wortes „heißbegehrt“ sind und den Kurorten viel Zulauf bescheren.

Doch  mit der rein gesundheitlichen Behandlung ist es in den Kurbädern schon lange vorbei. Der Kurgast verlangt nach einer ganzheitlichen Erholung, die neben den medizinischen Anwendungen auch ein gewisses Maß an Wellness beinhaltet. Sicher, in Thermalbädern ist die seelische Erholung quasi direkt inbegriffen, aber auch darüber hinaus wird heute einfach mehr erwartet.

Neben reinen Kurkliniken tummeln sich in den Kurbädern also nicht zu Unrecht auch mit Sauna, Schwimmbad, Massagen und gesunder Küche ausgestattete Wellnesshotels. Ein Geheimtipp unter Erholungssuchenden sind dabei die Wellnesshotels in Bad Füssing, einem niederbayrischen Kurort nahe Passau, der eben auch über eine Thermalquelle, die Johannesquelle, mit einer Quelltemperatur von 56 °C verfügt.

Nicht jeder bekommt eine Kur verschrieben oder wird zu Rehabilitationszwecken zum Kurort geschickt. Viele Menschen sehnen sich auch außerhalb von akuten Krankheiten nach gesunder Wellness, es ist sozusagen eine Auszeit vom hektischem Alltag, in der man ganz bewusst etwas für sich tut.

Der positive Nebeneffekt: Solche Kuren bzw. Wellnessurlaube wirken nicht nur physischen Beschwerden entgegen, sondern helfen auch bei psychischen Belastungen wie beispielsweise dem gefürchteten ‚Burnout‘.

 

Kur beantragen – so geht’s

 

Grundsätzlich kann jeder eine Kur machen. Liegt ein medizinischer Grund vor, können die Kosten aber teilweise von der Krankenkasse übernommen werden.

Erster Ansprechpartner ist dabei Ihr Arzt, denn dieser kennt ihre Krankheitsgeschichte am besten und kann mit Ihnen zusammen entscheiden, welche Kur die besten Heilungschancen verspricht.

Danach erfolgt der Antrag an die Krankenkasse. Diese überprüft anhand der eingereichten Unterlagen mit Hilfe eines Amtsarztes die Notwendigkeit der beantragten Kur. Hat man Glück, reichen bereits die Krankenakte und die Unterlagen für eine Entscheidung aus, es kann aber auch sein, dass eine körperliche Untersuchung angeordnet wird.

Wird die Kur anerkannt, übernimmt der entsprechende Leistungsträger (Krankenkasse, Rentenversicherung)die Kosten der Behandlungen und ggf. sogar des Aufenthaltes, einen gesetzlichen Eigenanteil von 10 € pro Tag bleibt jedoch immer bestehen (bis zu 21 Tage).

Aber auch, wenn man eine Ablehnung erhalten hat, kann man auf eigene Kosten kuren. Medizinisch verschriebene Anwendungen können Sie an jedem beliebigen Ort einlösen – also nicht nur beim Physiotherapeuten um die Ecke, sondern auch an einem Kurort. Nutzen Sie also den wohltuenden Effekt, einfach mal in einem anderen Umfeld eine erholsame Auszeit zu nehmen.

 

Bildnachweise:
"Yellowstone Nationalpark": © hellmann / Pixabay.com
"Wellnessbad": © toonensc / Pixabay.com

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